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Wir machen Urlaub

Unsere Praxis bleibt zu folgenden Terminen geschlossen:

27. bis einschließlich 31. Mai 2024

19. bis einschließlich 31. August 2024
Termine für Diabetesberatung und -schulungen finden wie vereinbart statt.

Auswirkungen auf Mutter und Kind

Bis zu fünf Prozent aller schwangeren Frauen sind vom sogenannten Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) betroffen.

Beim Gestationsdiabetes entwickelt sich aufgrund der hormonellen Umstellungen während der Schwangerschaft eine Insulinresistenz. Das bedeutet: Im Körper der Frau ist das blutzuckerregulierende Hormon Insulin zwar ausreichend vorhanden, jedoch kann es seine Wirkung nicht entfalten, so dass es zu überhöhten Blutzuckerwerten kommt. Zu unterscheiden ist der Gestationsdiabetes von den anderen Diabetes-Formen, die sich nicht aufgrund einer Schwangerschaft entwickeln, sondern unabhängig davon (und somit natürlich auch Schwangere betreffen können).

Deshalb empfiehlt sich für jede werdende Mutter ein Diabetes-Test, damit im Falle einer Erkrankung frühzeitig entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet werden können.

Dieser sogenannte Screening-Test wird von den Krankenkassen bezahlt. Der Test ist völlig harmlos und lohnt sich in jedem Fall. Denn wird ein Gestationsdiabetes frühzeitig erkannt und behandelt, sind alle Chancen auf eine ganz normal verlaufende Schwangerschaft und ein gesundes Baby gegeben.

Gestationsdiadetes

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Diagnostik

Schwangeren wird empfohlen, den Screening-Test zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche vornehmen zu lassen. Bei diesem Test trinkt die Schwangere in unserer Praxis eine Glukoselösung mit 50g gelöstem Zucker. Nach einer Stunde wird der Blutzuckerwert bestimmt. Bleibt dieser unter dem festgelegten Grenzwert, liegt kein Diabetes vor.

Wird der Grenzwert überschritten, wird ein weiterer, etwas umfangreicherer Zuckerbelastungstest vorgenommen.

Durchführung des Tests und Ergebnis

Halten Sie bitte immer ein Stück Traubenzucker griffbereit, um im Falle von Unterzuckerung Ihren Glukosehaushalt stabilisieren zu können.Im Rahmen dieses Tests, der morgens durchgeführt wird, ermitteln wir zunächst den Nüchtern-Blutzucker der Patientin. Danach trinkt sie ein Glas Wasser, in dem 75g Glukose (Zucker) gelöst sind. Im Anschluss wird der Blutzuckerwert noch zwei Mal ermittelt: 60 Minuten und 120 Minuten, nachdem das Glas Zuckerwasser getrunken wurde.

Für jeden der drei ermittelten Blutzuckerwerte gelten eindeutig festgelegte Grenzwerte. Wird keiner dieser Werte überschritten, ist der Verdacht auf Diabetes nicht bestätigt. Liegt jedoch einer der Werte darüber, liegt eine Diabetes-Erkrankung vor.

Therapie bei Gestationsdiabetes

Zwar wird der Gestationsdiabetes durch die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft befeuert, doch eine gewisse Veranlagung zur Insulinresistenz ist bereits vorher vorhanden. Risikofaktoren für die Entwicklung einer diabetischen Insulinresistenz sind neben einer familiären Vorbelastung auch durchaus beeinflussbare Größen wie zucker- und fettreiche Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Die gute Nachricht: Häufig kann bereits eine gezielte Ernährungsanpassung bewirken, dass sich die in der Schwangerschaft entgleisten Blutzuckerwerte wieder normalisieren.

In manchen Fällen kann zusätzlich eine Insulin-Therapie notwendig werden. Die Gabe von weiteren Antidiabetika ist bei Schwangeren nicht zulässig.

Nach der Geburt des Kindes stellt sich der Hormonspiegel wieder um – in den meisten Fällen bewegt sich damit auch der Blutzuckerspiegel wieder auf das Niveau zu, das er vor der Schwangerschaft hatte. Das Risiko jedoch, irgendwann einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, ist sowohl bei der Mutter als auch beim Kind zeitlebens erhöht.

Deshalb lohnt es sich, wenn die Mutter auch nach der Schwangerschaft auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung achtet – bei sich und bei ihrem Kind.