Motiv mit Zitrone, Lauch und Ingwer im Vordergrund, verschwommen im Hintergrund Mann mit Tasse.

So kommen Sie fit durch die Erkältungszeit

Drei Tage kommt sie, drei Tage steht sie und drei Tage geht sie – so lang dauert laut Volksmund eine Erkältung. Bettruhe und viel Trinken fördern die Genesung. Also eigentlich keine große Sache, so ein Infekt. Für Menschen mit Diabetes ist eine Erkältung allerdings keine Bagatelle.

Denn die Infektion kann die Stoffwechseleinstellung gehörig durcheinanderbringen. Das liegt daran, dass das Immunsystem schwer arbeiten muss, um Krankheitserreger zu bekämpfen. In der Folge schüttet der Körper Stresshormone aus – und die Leber gibt mehr Glukose ab, die Blutzuckerwerte steigen. Umgekehrt kann es zu einer Unterzuckerung kommen, wenn sich zur Erkältung noch Durchfall oder Erbrechen gesellen. Und müssen wegen des grippalen Infekts weitere Arzneimittel eingenommen werden, sind Wechselwirkungen mit den Diabetes-Medikamenten möglich.

Obendrein sind Menschen mit Diabetes auch noch anfälliger für Erkältungen. Was also tun in der kalten Jahreszeit, wenn man den Bakterien und Viren am Arbeitsplatz, im Bus oder Supermarkt kaum ausweichen kann? Wie kann man Infekten vorbeugen, wie lassen sich die Symptome lindern und worauf muss man besonders achten, wenn man Diabetes hat? Wir haben ein paar Tipps für Sie.

Vorbeugen

Hygiene: Das kennen wir noch aus der Corona-Zeit, aber auch abseits von Pandemien ist Händewaschen wichtig. Wenn Sie sich die Nase geputzt haben, von der Toilette kommen, unterwegs Handläufe, Türklinken oder Verpackungen angefasst haben … waschen Sie Ihre Hände mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife. Sie müssen dabei nicht zweimal „Happy Birthday“ singen. Auch die Refrains von Rick Astleys „Never gonna give you up“, Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ und „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees sind bestens geeignet.

Ernährung: Gerade im Herbst und Winter sehnen sich Magen und Seele nach reichhaltigen Gerichten und Süßigkeiten. Dummerweise verlangen solche Speisen dem Körper unnötig viel Energie ab und schwächen ihn so zusätzlich. Also besser zu Obst und Gemüse greifen, auch wenn’s schwerfällt. Besonders Lebensmittel, die viel Vitamin C liefern, gehören auf den Teller: Zitrusfrüchten, Beeren, Paprika, Brokkoli oder Grünkohl zählen dazu.

Immunsystem stärken: Ein Spaziergang durch den Herbstwald ist gut für die Seele und die Immunabwehr. Überhaupt stärkt regelmäßige Bewegung die Abwehrkräfte. Ebenso wie ausreichend Schlaf.

Impfen: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Menschen mit Diabetes die jährliche Grippeimpfung. Sprechen Sie mit Ihrem Diabetesteam außerdem darüber, ob Sie sich gegen eine durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung impfen lassen sollten. Das hilft zwar nicht gegen eine gewöhnliche Erkältung, senkt aber immerhin das Potenzial, ernsthaft zu erkranken.

Symptome lindern

Hausmittel: Inhalieren mit heißem Wasser, dem z.B. Kamille zugesetzt wurde, befeuchtet die Schleimhäute und verflüssigt den Schleim in den Nasennebenhöhlen. Auch Gurgeln kann helfen. Honig ist ein Alleskönner bei Erkältungen, doch wer Diabetes hat, sollte ihn nur in Maßen zu sich nehmen, etwa als Süßungsmittel in heißer Zitrone mit Ingwer. Überhaupt: Heiße Getränke und Suppen, zum Beispiel die viel gerühmte Hühnersuppe, lindern Halsschmerzen und sorgen dafür, dass das Gewebe besser durchblutet wird.

Medikamente: Es gibt unzählige Arzneimittel, die bei Erkältungen zum Einsatz kommen können: Nasenduschen, Nasenspray, pflanzliche Mittel aus Eukalyptus, Thymian und Primelwurzel, Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol. Sie sollten die Einnahme aber unbedingt mit Ihrem Diabetesteam absprechen. Klären Sie auch Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker darüber auf, dass Sie Diabetes haben, wenn Sie sich ohne ärztliche Rücksprache Erkältungsmedikamente in der Apotheke besorgen wollen.

Worauf müssen Menschen mit Diabetes besonders achten?

Beipackzettel lesen: Viele Medikamente gegen Erkältung oder Grippe enthalten Zucker. Die Menge ist meist auf der Packungsbeilage vermerkt. Fragen Sie Ihr Ärzteteam, die Apothekerin oder den Apotheker, ob Sie diese Medikamente für Sie geeignet sind oder ob Sie dieser Zuckermenge entgegensteuern sollten, besonders, wenn Sie Insulin nehmen.

Kontrolle: Auch, wenn Sie lieber stundenlang schlafen würden: Bei einer Erkältung sollten Sie regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel messen. Fachleute empfehlen, diese Kontrolle alle drei Stunden durchzuführen. Schwanken die Werte stark, konsultieren Sie Ihr Diabetesteam, denn möglicherweise muss Ihre Therapie angepasst werden. Falls Sie insulinpflichtig sind, bedenken Sie, dass Fieber den Insulinbedarf erhöht.

Es gibt viele weitere Möglichkeiten, um gesund durch die Erkältungszeit zu kommen. Ihr Diabetesteam hat sicherlich noch Tipps auf Lager. So können Sie Herbstlaub, Schneegestöber und sogar Dauerregen genießen. Zum Beispiel bei Kerzenschein und einer leckeren Tasse Tee.

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